Blaser Café Gourmets’ Plaisir – Gourmet-Kaffee aus der Schweiz im Test
Blaser Café – das ist ein Name, der Kaffeekennern durchaus geläufig sein dürfte. Das Schweizer Traditionsunternehmen mit Sitz in der Hauptstadt Bern ist bekannt für gute Kaffees zu einem erschwinglichen Preis. Vom Kaffi Schopp habe ich den Blaser Café Gourmets’ Plaisir für einen Test zugeschickt bekommen. Rein vom Namen her, der ungefähr so viel bedeutet wie “Freude des Gourmets”, klingt diese Mischung (mit Kaffee aus Brasilien, Columbien, Guatemala, Indien, Haiti und Indonesien) aus 100% Arabica schon sehr vielversprechend und ein Preis von 18,50 € / kg ist auf jeden Fall noch vertretbar. Umso gespannt bin ich natürlich, ob der Grundsatz “Nomen est omen” gilt und der Kaffee von Blaser im Test zu überzeugen weiß.
Erster Eindruck: Zur Verpackung und der Aufmachung des Blaser Café Gourmets’ Plaisir brauche ich wohl nicht allzu viel sagen:Die goldene Verpackung meines 250g Päkchens sieht sehr edel aus. Zum Kaffi Schopp noch ein Auszug aus dem letzten Artikel: Der Webauftritt von Kaffi Schopp hingegen gefällt mir sehr sehr gut. Es gibt hier Informationen zu jedem verkauften Kaffee bezüglich der Verträglichkeit und der Eignung (z.B. Schümli oder Cappuccino). Dies hilft bei der Kaufentscheidung natürlich weiter. Geschmacksbeschreibungen liefert Johannes Lacker in seinem Blog, der auch direkt über die Kaffi Schopp Homepage zugänglich ist. Zudem kann man die Kaffees in verschiedenen Mahlgraden bestellen, die dann direkt für French Press, Espresso Kocher oder den klassischen Filterkaffee optimiert sind. Hier noch einige Informationen zum Blaser Café:
Mittlerweile wird Blaser Café in vierter Generation von Marc Käppeli, dem Neffen von Markus Blaser, geführt. Käppeli ist im Vorstand der Swiss SCAE (Speciality Coffee Association of Europe) vertreten, zu deren Gründungsmitgliedern Blaser Café gehört. Neuerdings ist Blaser Café das erste Schweizer Mitglied der italienischen “Caffè Speciali Certificati” – Vereinigung, die die weltweit strengsten Qualitätskriterien hat. Diese Aktivitäten sind Ausdruck der sogenannten „4T“, der strategischen Felder des Unternehmens: Trends, Tradition, Traceability (Rückverfolgbarkeit der Rohstoffe bis zum Erzeuger) und Transfer (neue Erkenntnisse im Bereich Kaffee werden an die Kunden weitergegeben)
Duft: Es scheint so als ob Blaser ein besonderes Händchen für die Lagerung von Kaffee hat. Laut dem Mindesthaltbarkeitsdarum meiner Packung müsste das Röstdatum der 01.07.2009 gewesen sein. Nun ist es Dezember und der Kaffee durftet beim Öffnen der Packung wirklich herausragend frisch mit intensiven Fruchtnoten und feinherbem Zartbitter-Aroma.
Geschmack: Der Blaser Café Gourmets’ Plaisir gelingt mir ab der ersten Tasse mit einer hellen, beständigen Crema, die ich bei der 100%igen Arabica Mischung von Sorten aus aller Welt so nicht erwartet hätte. Herbe, fruchtige Noten dominieren den Geschmack, daneben gibt es noch einen Hauch von Getreidearoma. Neben dieser Komplexität überzeugt mich vor allen Dingen die optimal abgestimmte Säure, die für den Geschmack des Blaser Café Gourmets’ Plaisir das I-Tüpfelchen darstellt. Auch ohne Milch lässt sich dieser Kaffee wunderbar als Schümli genießen. Als Cappuccino hat mir der Gourmets’ Plaisir ebenfalls gut gefallen, aber lange nicht so überragend wie als Schümli. Denn hier fehlt einfach der nötige “Kick” von Robusta-Bohnen, die eine solche Kaffee-Spezialität zu etwas besonderem machen. Dennoch hat mir der Blaser Café Gourmets’ Plaisir geschmacklich (vor allen Dingen als Café Crema bzw. Schümli Kaffee) sehr gut gefallen.
Liebe zum Detail: Die Röstung
Zwar bin ich kein Röstexperte, aber zur Röstung des Blaser Gourmets’ Plaisir kann ich sicher einige Worte verlieren. Wer das Bild auf der linken Seite in groß ansieht, wird schnell bemerken, dass die Bohnen an einigen Stellen glänzen. Dies sind Öle, die beim Rösten austreten. Bisher habe ich nur einige Röstungen gesehen, bei denen die Röstung genau beim Austreten der Kaffeeöle abgeschlossen wird. Zu diesen wenigen Kaffees gehören z.B. die Hausröstungen eines meiner Lieblingskaffees in Hamburg, das Kopiba im Schanzenviertel (Kopiba Vivace Testbericht ansehen).
Fazit: Für tragbare 19,60 € / kg gibt es beim Kaffi Schopp den Blaser Café Gourmets’ Plaisir, der inbesondere als Schümli eine verträgliche und zugleich sehr ausgewogene Kaffee-Mischung mit mittlerer Säure darstellt. Zu diesem Preis eine echte Empfehlung – der Name ist hier wirklich Programm! Aufgrund der nicht überragenden Eignung für Cappuccino und Espresso gibt es immer noch sehr gute 9 von 10 Punkte.

Weitere Kaffeetests findet ihr in unserer Übersicht.



21. Dez, 2009 









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