Acrylamid im Kaffee: Vergolden statt Verkohlen
Seit dem Jahr 2002 sind Kartoffelchips, Pommes und auch Kaffee potenziell gefährlich… so zumindest könnte man es überspitzt ausdrücken. Aufgrund der Erkenntnisse in diesem Jahr, dass der Stoff Acrylamid krebserregend ist, eröffneten sich ganz neue Perspektiven beim Genuss von gerösteten Produkten. Heute macht sich kaum noch einer Gedanken über diesen Stoff. Hängen geblieben ist bei den meisten aber: Wenn etwas verkohlt ist, bleibt es am besten auf dem Teller liegen. Röstaromen können zwar zeitweise etwas nettes sein, aber gesundheitlich sind sie nach wie vor bedenklich. Beim schnellen erhitzen, rösten und verbrennen entsteht Acrylamid nämlich vorwiegend. Die magische Formel für alle Hersteller von erhitzten Lebensmitteln (i.d.R. Backen, Braten, Rösten – also alle Vorgänge mit genug Hitze, um einen “Bräunungsvorgang” zu ermöglichen) lautet “Vergolden statt Verkohlen”. D.h. weniger Hitze und dafür längeres Aussetzen mit Hitze sorgt für weniger Acrylamid in Lebensmitteln.
Acrylamid im Kaffee: Langsamer ist besser!
Große Industrieröstungen von Tchibo, Dallmayr, Lavazza und wie sie alle heißen, werden nicht romantisch im Hinterzimmer geröstet (auch wenn das in der Werbung manchmal so aussieht), sondern in großen Mengen bei vergleichsweise hohen Temperaturen. Ökotest hat sogar festgestellt, dass einige Industrieröstungen Acrylamid-Grenzwerte überschreiten, die vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit herausgegeben wurden. Diese sind aber nicht gesetzlich vorgeschrieben, da die Wirkung der Acrylamid Dosierung bisher noch nicht sicher wissenschaftlich festgehalten werden konnte. Es gilt aber auch für Kaffee die Formel “Vergolden statt Verkohlen”. Dies entspricht ganz der Röstung in kleinen Röstereien. Wer besonderen Geschmack will, darf den Kaffee nicht verkohlen. Auch wenn Kaffee von Kleinröstern oft teurer ist, als der im Supermarkt. Die Investition lohnt sich, denn es ist weniger Acrylamid im Kaffee. Vom Geschmack ganz zu schweigen, darüber habe ich aber schon im Bericht “Gute Gründe für ordentlichen Kaffee ein paar mehr Euro auszugeben” ausführlich geschrieben.



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Acrylamid – da wird viel Wind um Nichts gemacht, jedenfalls beim Kaffee. Hysterie pur. Um so viel Acrylamid im Körper aufzunehmen wie beim Verzehr eines Steaks vom Grill, muss man so ca. 500 Tassen Kaffe trinken …
Unbequeme Kommentare werden hier wohl scheinbar gelöscht, oder?