Kaffeevollautomaten Kaufberatung Teil 1: Entscheidungskriterien beim Kauf

Der Kauf eines Kaffeevollautomaten bereitet vielen Probleme und das völlig zurecht. Es gibt mittlerweile eine derart vielfältige Auswahl und eigentlich in jedem Preisbereich interessante Maschinen, die sich oft nur in der Optik und technischen Details unterscheiden. Deswegen habe ich mir mal vorgenommen, eine ausführliche Kaufberatung in zwei Teilen zu schreiben: Teil 1 beschäftigt sich vor allen Dingen mit den abstrakt formulierten Entscheidungskriterien: Was ist mir wichtig? Welche Funktionen brauche ich und welche Maschine passt zu mir? Im zweiten Teil werde ich dann einige Kaffeevollautomaten vorstellen. Als grobe Grundlage habe ich mich an den Amazon-Topsellern im Bereich Kaffee & Espresso orientiert. Nun aber erstmal zu den Entscheidungskriterien beim Vollautomaten-Kauf!

Worauf muss ich beim Kauf eines Kaffeevollautomaten achten?

Was die Entscheidungskriterien sind, hängt letztlich sehr von den persönlichen Bedürfnissen des Nutzers ab. Zwecks der Übersichtlichkeit habe ich hier die Hauptkriterien unterstrichen, die meiner Meinung nach für die Entscheidung wichtig sind – wie die Gewichtung letztlich ausfällt, liegt am persönlichen Geschmack. Technisch sind auch alle günstigeren Vollautomaten im Stande, leckeren Kaffee zu zaubern. Oft steckt in den teuren Modellen der Hersteller auch die gleiche Technik, wie bei den hauseigenen High-End Modellen. Die Vorstellung, dass eine günstige Maschine keinen guten Kaffee macht, ist überholt!

Einstellungsmöglichkeiten und Funktionen
Bei einigen wenigen günstigen Maschinen fehlen Einstellungsmöglichkeiten, wie z.B. die Kaffeemenge. Meiner Meinung nach sollte man auch bei Einsteigermodellen darauf achten, dass man möglichst stufenlos Kaffeemenge, Mahlgrad und Wassermenge einstellen kann. Das darf man heute auch schon bei günstigeren Modellen erwarten! Wer gern Espresso trinkt, sollte besonders darauf achten. Ein guter Espresso, wie beim Italiener ist sowieso mit einem Vollautomaten unmöglich. Wenn dann auch noch Einstellugsmöglichkeiten fehlen, gelingt der Espresso oft nicht. Die Funktionen spielen eine zentrale Rolle, gerade auch beim Preis des Vollautomaten: Was soll der Vollautomat vollautomatisch herstellen können? Reicht Kaffee und Espresso oder muss es auch Cappuccino und Latte Macchiato sein? Reicht der einfache Schlauch in der Milchtüte oder muss ein interner Milchtank integriert sein? Gerade diese Fragen können in Richtung der Kaffee Spezialitäten einiges am Preis hochtreiben. Man sollte sich vorher gut überlegen, ob das automatische Aufschäumen von Milch es wert ist, gleich den doppelten Preis zu zahlen.

Verarbeitung und Qualität/Zuverlässigkeit
Bei der Verarbeitung ist mein Eindruck immer zwiegespalten: Teure Modelle haben zwar meist Edelstahl Elemente, aber ohne viel Plastik kommt kein Vollautomat aus. Oft kann man billige und teure Modelle verarbeitungstechnisch kaum unterscheiden. Meiner Meinung nach sind hier selbst Maschinen im Bereich von eintausend Euro und mehr alles andere als perfekt. Am besten ist es also, den örtlichen Elektronikmarkt aufzusuchen und zu schauen, was das “kleinste Übel” ist. Es gibt ansprechende Automaten, keine Frage, aber Plastik spielt immer eine zu große Rolle. Vielleicht ändert sich das ja noch irgendwann… . Die Qualität und Zuverlässigkeit eines Kaffeevollautomaten ist gerade bei so einer vergleichsweise teuren Anschaffung wichtig. Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass simplere Maschinen weniger zu Fehlern neigen, als High-End Maschinen. Dies hat einen einfachen Grund: Mehr Bauteile und Funktionen sorgen einfach für eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass etwas einen Defekt erleidet. Das soll natürlich niemanden davon abhalten, einen Vollautomaten mit vielen Funktionen zu kaufen, es sei an dieser Stelle nur darauf hingewiesen. Eine grundlegende Aussage bezüglich bestimmter Marken spare ich mir hier. Einige Serien sind anfälliger für Fehler, andere weniger – bei neuen Modellen ist das natürlich schwieriger einzuschätzen. Internet-Testberichte oder Amazon-Bewertungen sind hier eigentlich immer ein guter Anhaltspunkt.

Lautstärke
Was im Elektronikmarkt noch ganz angenehm klingt, Hintergrundgeräuschen sei Dank… klingt Zuhause meist nicht mehr so angenehm. Wer den Hersteller glaubt, dass Zusätze wie “Silent” irgendetwas daran ändern, dass Mahlwerke einfach laut sind, liegt falsch. Ich habe zumindest noch keinen Kaffeevollautomaten für den Hausgebrauch gehört, der angenehm leise war. Wenn die Lautstärke der Kaffeemaschine eine Rolle spielt, sollte man die Hörprobe machen. Manche Geräte klingen einfach unangenehm, aber das ist auch nur eine persönliche Einschätzung. Zumindest sollte man die Kaufentscheidung nicht primär von der Lautstärke beim Mahlen abhängig machen, denn schön klingt keines der Geräte.

Reinigung
Oft wird die Reinigung von vielen Nutzern unterschätzt, aber wer will schon einen Kaffee aus einem ranzigen Vollautomaten, der von innen schon verschimmelt? Nein danke, das ist für mich eines der Kaffee No-Gos überhaupt. Es gibt hier auch viele Ausprägungen von automatischen Reinigungsprogrammen, auf die ich hier nicht näher eingehen will. Was für Privatnutzer mit kleinem bis mittleren Kaffeedurchlauf wichtig ist, ist vor allen Dingen eine herausnehmbare Brühgruppe. Dies ist quasi das Herz des Vollautomaten. Viele Hersteller haben hier mittlerweile die Option eingebaut, diese herauszunehmen mit einem einfachen Handgriff. Dies sollte man auch möglichst regelmäßig tun und diese unter klarem Wasser reinigen. Ansonsten kann sich leicht Schimmel bilden im Kaffeevollautomaten. Prominentes Negativ-Beispiel sind Jura-Kaffeeautomaten – diese haben keine herausnehmbare Brühgruppe, was die Reinigung unter Umständen sehr erschweren kann.

Garantie
Die Garantie ist beim Kaffeevollautomaten enorm wichtig: Sie ist die Lebensversicherung für eine Maschine mit vielen verschiedenen Mechanismen, die allesamt ein fehleranfälliges Ganzes bilden. In der Regel ist die Garantie in Jahren beziffert (oft 2 Jahre) und dann mit einer Durchlaufbeschränkung versehen. D.h. beispielweise gilt eine Garantie dann zwei Jahre lang, endet aber früher, wenn eine bestimmte Menge an Tassen durchgelaufen ist. In diesem Bereich lohnt es sich auch, sich zu informieren, bevor man kauft. Große Elektronikmärkte bieten auch eine Verlängerung der Garantie an, die sich bei hochpreisigen Geräten durchaus lohnen kann. Pro forma noch zu Schluss: Garantie ist eine freiwillige Leistung des Herstellers und nicht gesetzlich vorgeschrieben. Gesetzlich vorgeschrieben ist lediglich die Gewährleistung, die zwei Jahre lang ist, aber effektiv dem Kunden nur sechs Monate etwas nützt. Danach muss er nämlich beweisen, dass das Gerät den gerügten Mangel bereits beim Kauf hatte.

Stromverbrauch
Für wen der Stromverbrauch eine wichtige Rolle spielt: Manche Vollautomaten haben eine Heizplatte, die sich oft nicht abschalten lässt (bei höherwertigen Modellen oft abschaltbar). Diese Heizplatten verbrauchen viel Strom und bringen eigentlich kaum etwas – vorher heißes Wasser in die Tasse laufen zu lassen ist eigentlich immer wesentlich hilfreicher. Dies macht aber nur einen Unterschied, wenn man die Kaffeemaschine laufen lassen will. Ich z.B. mache mir einen Kaffee und schalte die Maschine direkt wieder ab. Da spielt es eigentlich keine große Rolle, ob die Maschine eine Heizplatte hat oder nicht. Durchgehend laufen lassen würde ich den Vollautomaten auch ohne Heizplatte nicht. Das macht eigentlich nur in Firmen Sinn, in denen alle fünf Minuten jemand einen Kaffee will.

Weiter geht’s in Teil 2 demnächst mit der Vorstellung einiger Automaten!

Günstige Kaffeevollautomaten bis 350,- € habe ich schon einmal vorgestellt. Guten Kaffee gibt’s im Kaffee-Ranking. Gleiches gilt für den Espresso: Die Tests sind im Espresso-Ranking zusammengefasst! Sollte ich noch etwas ergänzen? Schreibt gern in die Kommentare!

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4 Kommentare to “Kaffeevollautomaten Kaufberatung Teil 1: Entscheidungskriterien beim Kauf”

  1. Reinhard Oster 2. August 2010 at 14:07

    Ich habe eine de longhi esam 4300. Alles ok.-bis auf eines:

    Mahlwerk und kompressor viel zu laut. eine tasse brühen mit Vorreinigung ,zubereitung und nachreinigung- einfach zu lange zu laut.
    Möchte eine leisere kaufen-jedoch welche?
    Es gibt noch keine Dezibel Angaben der Modelle. Das wäre eine gute zusätzliche Entscheidungshilfe. Alle tester sollten eine Phonmessung mit einbeziehen.

  2. Hallo Reinhard,

    diese Maschine habe ich ebenfalls und ich finde sie noch im Rahmen des Erträglichen, mehr nicht. Wie ich beschrieben habe ist leider keine Maschine so richtig leise – wüsste zumindest keine.

    Vielleicht ist im zweiten Teil der Kaufberatung eine passende Maschine dabei:
    http://www.kaffee-espresso-trinken.de/2010/06/19/kaffeevollautomaten-kaufberatung-teil-2-top-vollautomaten/

    Beste Grüße

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