Tchibo Privat Kaffee Rarität – “Cuyu” im Test

Kaffee bei Tchibo kostet normalerweise vielleicht maximal 10,- € pro Kilo, sodass ich beim Privat Kaffee mit dem Namen “Cuyu” nicht schlecht staunte. Satte 19,99 €, also quasi doppelt so hoch wie der normale Kilopreis bei Tchibo, sollte der Kaffee kosten. Grund genug für mich, diese “Rarität” zu testen. Der Kaffee mit 100% Arabica Bohnen stammt aus Nicaragua und hat das Rainforest Alliance Zertifikat.

Erster Eindruck: Preislich ist der Kaffee mit dem Namen Cuyu ja erstmal abschreckend. Ansonsten gibt es nicht viel zur Kaffee Rarität von Tchibo zu sagen. Die Packung ist nicht besonders und auch die Geschichte des Kaffees, die man sich als Flyer mitnehmen kann, hat bei mir keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Als ich den Kaffee bei Tchibo gekauft habe, lag er leider schon in der Einfüllschale unter dem Behälter mit den Bohnen. D.h. mein Kaffee war schon, je nachdem wie lange er dort schon lag, ziemlich lange an der frischen Luft. Schade! Hier noch ein Auszug von der Tchbibo Homepage zum Privat Kaffee Cuyu:

UTZ Certified ist eine weltweit tätige Non-Profit-Organisation, die beim Anbau und der Beschaffung von Kaffee Massstäbe setzt. UTZ Certified hat uns besonders zugesagt, weil sie die soziale und ökologische Verantwortung im gesamten Kaffeemarkt berücksichtigt und den Kaffeebauern in Geschäftsführung und anderen Bereichen Weiterbildungen anbietet. Zudem ist die Produktion Schritt für Schritt nachverfolgbar.

Duft: Der Cuyu Privat Kaffee hat keinen besonders intensiven Duft. Ich weiß nicht, ob dies aufgrund der grenzwertigen Lagerung im Tchibo Geschäft so ist, jedenfalls macht der Duft nicht viel her. Der typische “Aha-Effekt”, der selbst Nicht-Kaffeetrinker bei dem Öffnen einer frischen Kaffeepackung gefällt, bleibt hier völlig aus. Meine erste Assoziation war eigentlich nur: Es riecht nach altem Kaffee.

Geschmack: Nicht nur bei Preis und Duft ist die Tchibo Kaffee Rarität ein Sorgenkind, sondern auch beim Geschmack. In keiner Einstellung und auch nicht beim feinsten Mahlgrad bekam ich eine feste Crema und ölartige Konsistenz aus diesem Kaffee. Die Crema verschwand meist innerhalb von Minuten. Was ich bei dem schwachen Duft des Kaffees schon vermutet hatte, bestätigte sich nun: Der Cuyu Privat Kaffee schmeckt pappig und abgelagert. Ob es tatsächlich an der Lagerung liegt, kann ich nicht einschätzen. Ich versuche das Geschmackserlebnis trotzdem mal zu beschreiben: Das Mundgefühl des Kaffes ist dünn und wässrig. Überschaubar ist die Komplexität, denn neben dem dominierenden Pappgeschmack, mischt sich nur ein Hauch einer Schokoladennote und leichte Anklänge von Getreideraoma. Der Abgang des Kaffes ist an sich kurz, der Cuyu hinterließ jedoch einen unangenehmen, faden Geschmack im Mund, der mich dazu veranlasste, etwas anderes nachzutrinken. Von mittlerer bis leichter Intensität ist die Säure beim Cuyu.

Fazit: Nicht nur die Lagerung bei Tchibo war in meinem Fall grenzwertig, die sogenannte Kaffee Rarität konnte mich im Test auch nicht ansatzweise überzeugen. Sowohl im Duft als auch Geschmack wird Tchibo dem teuren Label “Privat Kaffee” nicht mal ansatzweise gerecht. Der Kaffee schmeckt pappig und abgelagert und selbst die günstigere Konkurrenz aus eigenem Hause hat mich z.T. deutlich mehr überzeugt. Für 19,99 € pro kg ist dieser Tchibo Kaffee definitiv keine Kaufempfehlung – ich würde sogar explizit vor einem Kauf abraten. Für diesen Preis gibt es schon top Kaffees aus kleinen Röstereien, die geschmacklich meilenweit voraus sind. Für diesen schwachen Kaffee vergebe ich 3 von 10 möglichen Punkten.

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6 Kommentare to “Tchibo Privat Kaffee Rarität – “Cuyu” im Test”

  1. Gestatten Sie mir zu dem Artikel folgende Anmerkungen:
    Die Lagerung in den offenen Schütten ist sicherlich ungewohnt. Der Kaffee darin ist vor dem Verkauf jedoch maximal 24h an der Luft. Nach dem Kauf ist Lagerung in der Papiertüte sicherlich nicht die optimalste Form der Aufbewahrung. Der Autor ist sicherlich mit Kaffee vertraut (Wortwahl und Form der Beschreibung). Ich glaube jedoch, dass die nicht erwähnte Form der Zubereitung der Schlüssel zur hier negativ erfolgten Bewertung ist.
    Zitat: “In keiner Einstellung und auch nicht beim feinsten Mahlgrad bekam ich eine feste Crema und ölartige Konsistenz aus diesem Kaffee. Die Crema verschwand meist innerhalb von Minuten.”
    Ich erkenne hier Begriffe die auf eine Espressozubereitung schließen lassen.
    Eine Tchibo Rarität ist jedoch kein Espresso und auch nicht dafür geröstet. Zudem ist ein 100% Arabica immer schwächer in der Crema-Bildung. Aber wenn man schon im “Minuten”-Berich ist, dann ist die Crema schon sehr gut.
    Also teilweise berechtigte Anmerkungen zur Lagerung, aber vermutlich falsche Zubereitungsform für die restlichen Bewertungskriterien durch den Autor gewählt. Grüsse Thorsten1958

  2. Hallo Thorsten,

    in den “Schütten” war der Kaffee ja nicht mehr, sondern unter diesem Behältnis in einer Schale. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass schon einige Minuten an der Luft dem Kaffee viel von seiner Frische nehmen. Von daher würde ich sagen, dass meine Anmerkungen zur Lagerung mehr als berechtigt sind (ich bin sogar etwas genervt, denn ich habe 10,- € für 500g bezahlt). Diese wirken sich auch offensichtlich auf den Kaffee aus, denn er riecht und schmeckt einfach nur “alt”.

    Zur Testweise: Ich teste hier nicht als Filterkaffee, sondern im Vollautomat. Undzwar als Schümli-Kaffee, was die typische Zubereitungsform eines VA ist. Auch hierfür ist eine ordentliche Crema Pflicht. Dass 100% Arabica Bohnen drin sind, ist keine “Ausrede” für schwache Crema. Andere Kaffees haben gezeigt, dass es möglich ist.

    Beste Grüße, würde mich weiterhin über kritische Kommentare freuen!

  3. Hallo liebe Cuyu Tester,

    anbei eine weitere subjektive Meinung:

    Ich war gestern bei Verwandtschaft zu einem Kaffee eingeladen (zuhause), bei dem ich einen außergewöhnlich guten und vor allem sehr wohlriechenden Kaffee erhielt. Dies war der Cuyu.
    Da ich ihn sehr lobte und außer mir niemand Kaffee trank, erhielt ich den Rest der Packung als “Geschenk” nach Hause.
    Heute Morgen habe ich ihn als Espresso gestestet;
    ich muss sagen, er ist kein Espresso – zu mild (?), aber die Crema war sagenhaft.
    Fazit: ich werde ihn mir ab und zu als Normalkaffee leisten und sicher geniessen.

    Beste Grüße

  4. Hallo Walter und vielen Dank für das Feedback!

    Ich kann mich leider nach wie vor nicht mit dem Cuyu anfreunden. Trinke ihn immer noch. Mein Tipp: Einfach mal als Vergleich einen Kaffee einer guten Kleinrösterei probieren. Da schwebt man in ganz andere geschmackliche Sphären.

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