Tchibo Cafissimo Classic im Test: Kaffeemaschine mit neuem Design

Die Tchibo Cafissimo hat sich innerhalb der harten Konkurrenz unter den Kapsel-Kaffeemaschinen mittlerweile etabliert und steht als gangbare Alternative neben den “Großen” Nespresso und Dolce Gusto zur Verfügung. Die Tchibo Cafissimo Classic hat nun ein neues Design bekommen. Sie ist die größere der beiden verfügbaren Cafissimo Maschinen, die für die meisten wohl die bessere Wahl als die Cafissimo Duo sein sollte, denn die Cafissimo Duo ist als kleinste Kapselmaschine der Welt eigentlich nur für Single-Haushalte wirklich gut geeignet (einen Test findet ihr hier). Kurz einige Eckdaten vorweg: Die Cafissimo Duo Classic hat einen Wassertank mit einem 1,5 Liter großen Fassungsvermögen und hat drei verschiedene Brühprogramme: Espresso, Café Creme und Filterkaffee. Außerdem verfügt die Cafissimo Classic über eine Aufschäumdüse, mit der sich Milch für Cappuccino oder Latte Macchiato aufschäumen lässt. Erwähnenswert ist außerdem die ziemlich lange Garantiezeit mit 40 Monaten. Wer das Cafissimo-System noch nicht kennt, kann sich im folgenden Absatz nochmal ein Bild über das System und die Kosten machen – alle anderen starten direkt in den Test unter “Verpackung, Zubehör und Aufbau”:

Wie immer bei den Kapsel- und Padsystemen wie Nespresso oder Dolce Gusto ist auch das Tchibo Cafissimo System patentiert. D.h. die Kaffeemaschine Tchibo Cafissimo Duo hat günstige Anschaffungskosten (ein Vollautomat kostet ein Vielfaches), dafür aber vergleichsweise hohe Folgekosten. Das sollte man immer im Auge behalten, insofern man auf der Suche nach einer Kaffeemaschine ist. Für Vieltrinker oder Mehrfamilienhaushalte mit vielen Kaffeetrinkern ist so eine Kaffeemaschine mit Kapseln in der Regel schon aufgrund der hohen Folgekosten beim Kaffee rein aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht besonders sinnvoll. Auf der anderen Seite ist aber die Kaffeequalität bei den Kapselmaschinen mittlerweile auch recht hoch, die Reinigung fällt fast komplett weg und die Frische des Kaffes ist dank luftdichter Kapseln auch gewährleistet. Komfort kostet in diesem Falle auch etwas, denn die Kapseln kosten im 10er Pack 2,49€ (also etwa 0,25 € pro Kaffee), was aber im Vergleich mit Dolce Gusto (etwa 0,28 € pro Tasse) und Nespresso (0,33 – 0,37 € pro Tasse) immer noch recht passabel ist. Klassischerweise ist die Senseo etwas günstiger, kann aber geschmacklich mit der Kapselkonkurrenz nicht mithalten – dafür fehlt ihr der Druck.

Verpackung, Zubehör und Aufbau

Erstmal zum Verpackungsinhalt: Für 99,- € (es gibt aber immer wieder Gutscheine, Preisnachlässe, Aktionen…) bekommt man mit der Cafissimo Classic zum einen die Kaffeemaschine selbst inkl. aller Bedienungsanleitungen. Zum anderen gibt es als sinnvollen Bonus noch ein Probierpaket mit allen Standardsorten Tchibo Cafissimo Kaffee/Espresso dazu und ein Fläschchen Durgol Entkalker ist auch schon dabei. Ein bisschen erschlagen hat mich der Haufen gedruckter Bedienungsanleitungen in der Verpackung. Es liegen in einem hochwertigen Karton immerhin sieben Bedienungsanleitungen in allen denkbaren Sprachen bei – und das ist bester Druckqualität mit Plastikcover. Das passt irgendwie nicht in eine Zeit, in der so viel von Umweltbewusstsein und der Schonung von Ressourcen gesprochen wird… Deutsch und Englisch hätten doch ausgereicht? Naja, dies ist aber nur eine Randnotiz und so keinen großen Minuspunkt darstellen, ein bisschen überrascht war ich aber schon.

Ansonsten kann ich hier wieder aus meiner sehr positiven Erfahrung mit der Cafissimo Duo zitieren, die ich genauso auf die Cafissimo Classic übertragen kann, was Verpackung und Aufbau angeht:

Verpackung und Bedienungsanleitungen machen einen sehr guten Eindruck und gehen deutlich über die gewöhnliche Bedienungsanleitung hinaus. Dass ein deutsches Unternehmen Hand angelegt hat, merkt man gleich an den sorgfältig zusammengestellten Texten. Spätestens wenn der Leser erfährt, dass die Tchibo Cafissimo Duo bei der ersten Inbetriebnahme etwas lauter ist, weil sich noch Luft in den Leitungen befindet, weiß er, dass die Bedienungsnleitung ihn in keiner Situation enttäuschen wird – so detaillierte Beschreibungen und durchdachte Texte verdienen Lob.Zwar braucht man die Bedienungsanleitung nicht unbedingt, aber sicher ist sicher.

Genau so fühle ich mich beim Aufbauen der Maschine. Alles geht leicht von der Hand. Auf der Cafissimo Duo befindet sich ein Hinweistext, dass doch bitte zuerst die Hinweise im Handbuch gelesen werden sollten zur ersten Inbetriebnahme. “Ok, zur Kenntnis genommen”, denke ich mir und stelle mich schon darauf ein, den Aufkleber nun in viertelstündiger Arbeit von der Maschine zu kratzen. Aber nein: Der Aufkleber entpuppt sich als Plastikschild komplett ohne Kleber, es liegt einfach auf. Super, solche Details machen Freude und sind zugegebenermaßen ziemlich ungewohnt komfortabel.

Design und Verarbeitungsqualität

Es ist schon erstaunlich, was anscheinend für günstige 99,- € machbar ist: Die Tchibo Cafissimo Clasic sieht nicht nur auf den ersten Blick sehr gut aus, sie ist auch kein Blender. Die Knöpfe (mit Beleuchtung in verschiedenen Farben) sind aus Metall und geben ein sehr angenehmes Feedback beim Drücken. Auch die Tassenablage ist aus (mattem) Metall und wirkt stabil und relativ kratzfest. Sogar der Hebel an der Front der Cafissimo Classic ist vollständig aus Metall und wirkt dank seiner Chrombeschichtung sehr edel, auch wenn die Kaffeemaschine natürlich mit Hochglanzlack und den restlichen Hochglanz-Applikationen ein echter Staubmagnet ist. Aber: 1. ist das modern und 2. hat Tchibo zum Glück an den richtigen Stellen darauf verzichtet, einfach Plastikteile zu verchromen. Toll ist auch, dass sich die Aufschäumdüse frei bewegen lässt: Das ist praktisch, denn so hat man bei der Aufstellung der Maschine größere Flexibilität und der Milchschaum lässt sich sehr schön zubereiten, dazu aber unter “Geschmack und Nutzung” mehr.

Geschmack und Nutzung

Mit einem Brühdruck von bis zu 15 Bar ist die Cafissimo absolut konkurrenzfähig im Bereich der Kapselmaschinen und dies bestätigt sich auch bei der Nutzung der Kapselmaschine im Alltag. Kapsel einlegen, kleine Tasse oder große Tasse wählen und los geht’s. Der Brühvorgang dauert nicht sehr lange und die Tasse füllt sich mit einer überschaubaren Menge Kaffee – um einen Becher zu füllen, sollten es schon zwei Durchgänge sein. Geschmacklich ist die Cafissimo Classic zwar kein echter Überflieger, steckt allerdings die Senseo und Tassimo locker in die Tasche. Nach meiner persönlichen Einschätzung gelingt der Café Creme mit der Dolce Gusto minimal besser, die Cafissimo ist ihr aber dicht auf den Fersen und lockt mit günstigeren Preisen. Klassenprimus Nespresso ist nach wie vor aber nicht erreichbar, allerdings auch deutlich teurer.

Die sogenannte Filterkaffee-Funktion sehe ich eher als nette Zugabe, denn letztlich handelt es sich ja nur um ein abgewandeltes Programm des normalen Cafissimo-Programms, “echten” Filterkaffee” gibt es eben nur aus der Filterkaffee-Maschine, wobei der das Ergebnis Filterkaffee schon nahe kommt. Lohnenswert könnte die Funktion aber für alle sein, die nicht so gern den typischen Café Creme trinken, sondern lieber etwas milderen Kaffeegeschmack bevorzugen. Gerade wenn man von einer Filterkaffee-Maschine wechselt, könnte das einem den Umstieg deutlich erleichtern.

Espresso ist nicht die große Stärke der Cafissimo Classic. Nett ist die kleine Abstellfläche für Espressotassen zum Herunterklappen (wird mit einem Magneten oben festgehalten), geschmacklich konnte mich das Ergebnis aber nicht vollends überzeugen. Zwar sieht der Espresso direkt nach dem Brühvorgang genau so aus, wie er aussehen soll, die Crema entpuppt sich aber beim Trinken schon nach dem ersten Schluck eher als oben aufliegender Schaum, der schnell verfliegt. Auch richtiger Espresso-Genuss will sich bei mir nicht einstellen, dafür ist mir der Geschmack dann doch etwas zu eindimensional. Für Cappuccino und Latte Macchiato reicht es aber allemal aus. Richtige Espressotrinker sollten sich ohnehin eher gleich eine Siebträger Maschine anschaffen oder zu einer Nespresso greifen. Bei der Cafissimo Classic gelingt der Cappuccino vor allen Dingen deswegen so gut, weil sich mit der frei positionierbaren Dampflanze sehr gut Milch aufschäumen lässt. Die Milch kann gut im Becher zirkulieren und man kann ohne große Übung sehr feinen Milchschaum erreichen (siehe Foto), der dann zusammen mit einem Espresso einen wunderbaren Espresso ergibt.

Was mir an der Handhabung der Cafissimo Classic nicht gefallen hat, ist das Gepiepse, das die Cafissimo Classic ab und zu von sich gibt – das passt allgemein nicht in das edle Designkonzept und hätte nicht müssen. Einzig die Bestätigung der Maschine, wenn sie sich automatisch abschaltet nach einigen Minuten Inaktivität, erscheint sinnvoll.

Was allerdings besonders für Cappuccino und Latte Trinker störend ist, ist das ständige Bedürfnis der Maschine entlüftet zu werden. Hat man mit Dampflanze Milch aufgeschäumt, muss man diese 45 Sekunden “durchgelüftet” werden. Dies liegt daran, dass die Maschine nur einen Heizkreis hat und dementsprechend für Espresso- oder Kaffeezubereitung wieder heruntergekühlt werden muss. Daran liegt es wohl auch, dass sich kaum Kaffeemaschinen mit Kapseln auf dem Markt finden, die eine Dampflanze verbaut haben, denn eigentlich beißt sich das Konzept des schnellen Kapselkaffees mit dem langwierigen Aufschäumprozess. Andererseits kann man aber positiv vermerken, dass die Möglichkeit überhaupt vorhanden ist, Milch aufzuschäumen. Außerdem funktioniert es sehr gut und man kann normale Milch verwenden, statt wie bei vielen anderen Systemen teure Milchkapseln.

Fazit: Top Verarbeitung und Design, Abzüge bei Geschmack und Bedienung

Verarbeitung, Design und Präsentation der Tchibo Cafissimo Classic ist tadellos. 40 Monate Garantie, eine sehr hochwertige Maschine, tolle Bedienugsanleitungen, Entkalker bereits im Lieferumfang und das zu einem Preis von nur 99,- €… was will man mehr? Hier habe ich wirklich rein gar nichts zu bemängeln. Geschmacklich sortiert sich die Cafissimo Classic im Mittelfeld der Kapselmaschinen ein, ist dort allerdings mit mittleren laufenden Kosten vertreten. Die Möglichkeit Milch aufzuschäumen, ist selten bei Kapselmaschinen und es funktioniert auch wunderbar, allerdings muss die Cafissimo Classic nach jedem Milchaufschäumen entlüftet werden, was recht viel Zeitaufwand bedeutet.

Da das patentierte Kapselsystem bei allen Kaffeemaschinen der Tchibo Cafissimo Serie für die gleichen Geschmacksergebnisse sorgt, kann ich hier auch bedenkenlos die kleinere Variante Cafissimo Duo  empfehlen: Diese ist mit einem deutlich kleineren Wassertank ausgestattet und kann keine Milch aufschäumen. Auch die “Filterkaffee-Funktion” fehlt. Weitere Alternativen habe ich im Systemcheck vorgestellt. Kaffee-Volltautomaten bis 350,- € sind hier zu finden und evtl. auch einen Blick wert.


Twitter Digg Delicious Stumbleupon Technorati Facebook Email

Trackbacks/Pingbacks

  1. Kaffee-Espresso-trinken - Blog: Rund um das schwarze Gold - Senseo, Nespresso, Tassimo, Dolce Gusto und Vollautomaten - 17. März 2012

    Espresso Veloso Brasil für die Tchibo Cafissimo im Test…

    Gerade erst letztens habe ich die neue Tchibo Cafissimo Classic getestet – nun habe ich das Vergnügen mit einem Tchibo Grand Classé mit dem feinen Namen “Espresso Veloso Brasil”. Grand Classé bezeichnet spezielle Kapseln, die für ein …

  2. Kaffee-Espresso-trinken - Blog: Rund um das schwarze Gold - Senseo, Nespresso, Tassimo, Dolce Gusto und Vollautomaten - 12. Mai 2012

    Tchibo Ökostrom bestellen und eine Cafissimo Classic gratis bekommen…

    Knackige Farben gehören zum Frühling wie die Narzissen am Wegesrand – das denkt sich anscheinend auch Tchibo. Denn die neue Cafissimo (hier der ausführliche Test) gibt es nun in der neuen Farbe “Granny Green” (wohl angelehnt an den Ap…

Hinterlass eine Antwort.