Cremesso Uno im Test: Schick, schnell und schlau!

Seit ich die Cremesso Compact Automatic testen durfte, bin ich in gewisser Weise “Fan” dieser Kaffeemaschinen geworden, die in Deutschland noch kaum einen Namen haben. Cremesso UnoDas macht vielleicht den Reiz des Ganzen aus, denn wer erwartet denn, dass es überhaupt brauchbare Konkurrenz zu den “Großen” am Markt (Nespresso, Dolce Gusto, Cafissimo…) gibt, die man noch nicht kennt? Ich hatte das selbst auch nicht unbedingt erwartet und bin deswegen eher skeptisch an den Test gegangen, war aber vom Geschmack und Maschinendesign sehr positiv überrascht. Nach der Cremesso Automatic darf ich nun die Cremesso Uno testen. Diese ist etwas kleiner und wartet mit einem außergewöhnlichen Design in knalligen Farben auf, es gibt:

  • Cremesso Uno Apple Green
  • Cremesso Uno Pool Blue
  • Cremesso Uno Fire Red
  • Cremesso Carbon Black

Cremesso UnoFür den Test habe ich mich ganz bewusst nicht für das Schwarz entschieden, das bei dieser Farbauswahl schon durch seine Schlichtheit aus der Reihe tanzt. In diesem Test habe ich die Cremesso Uno Apple Green als Testobjekt. Ob die kleine Cremesso nun ganz bewusst “Uno” heißt, um sich von der Cafissimo “Duo” (zum Test) abzugrenzen… ich weiß es nicht – vergleichbar sind die Produkte aber ohnehin nur hinsichtlich Ihrer Abmaße. Die Cremesso Uno misst in der Breite gerade mal 10,5cm, hat dafür aber eine recht stattliche Tiefe von 36,5cm. Einen Vergleich scheuen braucht die größere Cremesso Uno aber nicht, denn mehr noch als die Cremesso Compact – die mir im Übrigen auch gut gefallen hat – überzeugt die Cremesso Uno mit einem Design, das im Bereich der Kapselmaschinen ganz neue Akzente setzt, ohne dabei aufgesetzt zu wirken.

Cremesso UnoWissenswertes zum Cremesso-System

Mit hohem Druck (19 Bar), Kapseln und hochwertiger Optik ist es sicher in erster Linie eine Kampfansage an Nespresso und Dolce Gusto. Auch die K-Fee Preferenza und das Tchibo Cafissimo System gehören zur direkten Konkurrenz. In Anlehnung an Nespresso gibt es sogar eine Cremesso Compact Automatic und eine Cremesso Manual. Unterschied: Bei der Automatic Variante gibt es zwei Tassengrößen und der Brühvorgang endet jeweils automatisch. Bei der manuellen Variante wird der Brühvorgang per Knopfdruck abgeschlossen. Vorziehen würde ich hier in jedem Falle eine automatische Variante. Dies bringt mehr Komfort und immer gleiche Geschmackserlebnisse. Da die Cremesso Uno als Einsteigermaschine gedacht ist, ist sie eine manuelle Variante. D.h. der Brühvorgang muss immer per Hand beendet werden. Eine automatische Variante der Cremesso Uno ist (bisher) nicht erhätlich.

Cremesso UnoVerpackung, Zubehör und Aufbau

Die Cremesso Uno kommt in einer schicken, schlichten Verpackung ohne große Schnörkel. Drinnen befindet sich nur die Cremesso Uno selbst, das dazugehörige Abtropfgitter und die Bedienungsanleitung. Wer noch zusätzliche Kapseln sucht, wird enttäuscht – die muss man bestellen und auch gratis Kapseln für eine Registrierung oder dergleichen gibt es bei Cremesso nicht. Der Aufbau der Maschine geht problemlos von der Hand. Man muss lediglich die Folien abziehen, Stecker in die Steckdose, einmal durchspülen, fertig um Kaffee und Espresso zuzubereiten.

Cremesso UnoDesign und Verarbeitungsqualität

Die Farben der Cremesso Uno sind einzigartig, recht poppig, wirken aber nie unseriös, da das Maschinendesign sehr schlicht gehalten ist. In Kombination mit der kantigen Gehäuseform der Cremesso Uno ergibt es ein stimmiges wie außergewöhnliches Gesamtbild. Alle Oberflächen sind bei meiner Variante Apple Green matt gehalten. Auch ohne Langzeittest kann ich sagen, dass die Oberflächen recht robust wirken und nicht unbedingt kratzanfällig sind. Der Hebel zum arretieren der Kapseln ist aus Metall mit einem chromglänzenden Überzug, der auch als Spiegel herhalten kann. Auch die Ausgussdüse ist chromglänzend, allerdings nicht aus Metall, sondern aus Plastik, was aber nicht weiter negativ auffällt, denn optisch sind keine Unterschiede auszumachen. Cremesso UnoSchön ist auch der im Falle der Cremesso Uno Apple Green weiß leuchtende Bedienknopf, der im Standby Modus durchgängig dezent heller und dunkler wird. Dieser Knopf ist übrigens gummiert und fühlt sich sehr angenehm an – solche Details machen die Cremesso Uno zu einem liebenswert designten Stück Technik, das völlig zu Recht den “Red Dot Design Award” erhalten hat (nachzulesen hier).

Cremesso UnoBedienung

Die Bedienung mit einem (und nur einem!) Knopf ist mehr als simpel: Einmal drücken und die Maschine “erwacht” (Aufheizen dauert übrigens nur 15 Sekunden!), nochmal drücken und der Brühvorgang beginnt, nochmal drücken zum beenden desselbigen… . Um die Cremesso Uno auszuschalten, muss man den Knopf einfach lange gedrückt halten. Unbedingt nötig ist dies allerdings nicht, denn nach einer Minute Untätigkeit schaltet sich die Cremesso Uno schon in den Standby Modus, der laut Cremesso nur ~0,3W verbraucht. Nach 15 Minuten schaltet sich die Maschine dann ganz ab. Einfacher geht es eigentlich kaum. Nach dem  Brühvorgang fällt die Kapsel in den dafür vorgesehenen Behälter.

Cremesso UnoWie schon oben angedeutet habe ist die Cremesso Uno allerdings zwingend eine manuelle Maschine (im Gegensatz zur Cremesso Compact Automatic), d.h. wenn die gewünschte Kaffeemenge aus der Cremesso Uno gekommen ist, muss der Brühvorgang per Hand beendet werden. Ein paar kleine Einschränkungen gibt es natürlich bei der “kleinen Cremesso”: Der Wassertank fasst nur 0,65 Liter und muss dementsprechend oft nachgefüllt werden (ideal für Single-Haushalte). Außerdem kann die Cremesso Uno natürlich keine Kaffee Spezialitäten wie Cappuccino und Latte Macchiato direkt zubereiten. Es bietet sich an, sich dazu einen Milchaufschäumer von Cremesso mitzubestellen (Test hier).  Ansonsten kann ich hier schon mein vorzeitiges Fazit ziehen: Schick, schnell und schlau! Positiv zu vermerken ist auch die Geräuschkulisse beim Brühvorgang mit der Cremesso Uno: Leise ist es zwar nicht, laut ist aber auch anders und das tieffrequente Brummen recht angenehm.

Anschaffungspreis und laufende Kosten

Der Anschaffungspreis für die kleine Cremesso Uno liegt derzeit bei 49,- € zzgl. Versand (z.B. im Compapp Shop), was angesichts des hervorragenden Designs angemessen ist. Die Kapseln sind recht kostspielig: 16 Kapseln kosten 4,49,- € (je nach Shop dann zzgl. Versand), womit man auf etwa 0,28 € pro Kapsel kommt. Damit liegt man in etwa auf dem Niveau von Dolce Gusto und etwas unter dem noch etwas teureren Nespresso Kaffee. D.h. wie bei allen Kapselmaschinen: Geeignet sind diese Maschinen eigentlich nur für Gelegenheitstrinker mit wenigen Bezügen pro Tag. Im anderen Fall lohnt sich doch recht schnell die Anschaffung eines Kaffee-Vollautomaten. Oder man gönnt sich eben diesen kleinen Luxus… .

Cremesso UnoGeschmack

Das Cremesso Brühsystem hat sich bei der Cremesso Uno natürlich nicht geändert, deswegen kann ich mich hier guten Gewissens aus dem Artikel zur Cremesso Compact Automatic zitieren. Den Teil zum Tee erspare ich euch aber: Tee mit der Cremesso ist meiner Meinung nach nicht empfehlenswert. Aber wer will schon mit einer Kaffeemaschine Tee trinken? Nun aber zum Geschmack des Kaffees der Cremesso Uno:

So nun aber endlich zum Kaffee und Espresso der Cremesso Compact Automatic. Von den insgesamt 7 verfügbaren Kaffee-Kapseln (Limited Editions nicht mit eingeschlossen) habe ich drei getrunken (Leggero, Crema und Alba), die allesamt sowohl als Espresso als auch als Café Crema eine feste, beständige Crema in die Tasse gezaubert haben. Geschmacklich konnten die drei Sorten mich ebenfalls überzeugen: Als Espresso schmeckten diese kräftig, unaufdringlich, besonders der Alba mit deutlicher Säure und einem langanhaltenden Abgang. Auch der Café Crema gefiel mir durchweg gut, der milde Leggero entpuppte sich hier als leicht-verträglicher Alltagskaffee mit einigem geschmacklichen Potenzial. Insgesamt halte ich das Cremesso System für eine gangbare Alternative zur hochwertigen Konkurrenz von Krüger (K-Fee) und Tchibo (Cafissimo). Bei Nespresso werden geschmacklich noch etwas komplexere Sphären erreicht und auch die Sortenvielfalt ist größer. Dolce Gusto richtet sich aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten mit Milchkapseln ohnehin an eine etwas andere Zielgruppe, dürfte geschmacklich mit einem Hauch vor der Cremesso liegen. Klar: Tassimo und Senseo steckt die Cremesso dank des hohen Drucks geschmacklich in die Tasche.

Cremesso UnoFazit zur Cremesso Uno

Wie auch die Cremesso Compact Automatic konnte die Cremesso Uno im Test überzeugen. Hochwertiges Design mit durchdachter Ein-Knopf Bedienung und ein durchweg guter Geschmack auf der Haben-Seite sind zu verzeichnen und das für einen Preis von nur 49,- € zzgl. Versand. Die Kapselpreise sind mit 0,28 € pro Kapsel okay (etwa Dolce Gusto Niveau). Wer mit den kleinen Einschränkungen der Cremesso Uno (kleiner Wassertank, keine Kaffee Spezialitäten) leben kann, wird viel Freude mit diesem Geheimtipp aus der Schweiz haben und so manchen Gast mit dem farbenfrohen Design und tollen Geschmack überraschen können. Erhältlich ist die Cremesso Uno z.B. beim Comapp Shop.

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