Green Cup Coffee “Finca Santa Marta” Kaffee im Test
Green Cup Coffee ist ein Unternehmen, wie es nicht moderner sein kann. Es gibt ein hochwertiges Produktportfolio, ein ansprechendes Design, viele Informationen auf allen erdenklichen Kanälen
und einen ebenso modernen “grünen” Background. Statt Fairtrade ist der Kaffee im Test “Finca Santa Marta” ein Bio-Kaffee, der von einer kleinen Kaffee-Farm aus Honduras stammt – typischerweise lohnen sich Fairtrade-Zertifikate bei kleinen Farmen nicht aufgrund der hohen Kosten für die Zertifizierung. Insofern sollte man nicht nur auf Zertifizierungen achten, sondern sich stattdessen selbst informieren. Auf der Produktseite ist zum Finca Santa Marta auch zu finden, dass dieser Kaffee 2006 den “Cup of Excellence” gewonnen hat. Ob die Qualität auch 2012 unter unseren “Hausgebrauchs-Testbedingungen” mit einem Kaffee-Vollautomat noch überzeugen kann, lest ihr im Test.
Erster Eindruck: Etwas gewöhnungsbedürftig sind die Mengenangaben bei Green Cup Coffee. 227 Gramm stecken in der getesteten Dose, also 23g (~10%) weniger als in der üblichen Packungsgröße. Gerade weil sonst voll und ganz auf Transparenz und Offenheit gesetzt wird, schränkt dies doch die Vergleichbarkeit der Preise etwas ein, zumal viele dies sicher auch “überlesen”, ohne darüber nachzudenken. Hier besteht Nachbesserungsbedarf. Ich kann nur vermuten, dass die Packungsgröße von 227g mit der aufwändigen Verpackung zusammenhängt, die das Produkt einfach etwas teurer macht. Nach dem modernen Prinzip: Wir machen nicht das Produkt teurer, sondern verringern die Füllmenge. Hier wäre es evtl. schön, wenn man in Zukunft “Nachfüllpacks” in sehr einfachen Verpackungen bestellen könnte, denn zum Wegwerfen sind die Dosen aus Pappe eigentlich zu schade. Nach der etwas komplizierteren Rechnung als sonst ergibt dies (bei einem Packungspreis von 9,90 € pro 227g) einen Kilopreis von 41,63 €. Ich darf schon aufgrund des Preises bei diesem Single Origin Kaffee (Gegenstück zum gemischten Kaffee) geschmacklich etwas mehr erwarten als bei einer einfachen Kaffee-Mischung.
Ansonsten gibt es aber nur Positives zu vermelden. Die Firmenpolitik klingt wirklich gut: Es geht um hochwertige Qualität, Geschmack, Fairness und Transparenz. Positiv ist außerdem, dass auf der Verpackung das Röstdatum angegeben ist und nicht bloß das Mindesthaltbarkeitsdatum. Dies lässt auf die Frische des Produktes schließen und man spart sich das Herumrechnen mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum.
Zur Herkunft gibt es noch einige interessante Hintergrundinfos von Green Cup Coffee zum Finca Santa Marta Kaffee:
Nur 59 Hektar misst die Finca Santa Marta von Kaffeebauer Muni Hawitt. Sie liegt am Rande des bekannten Naturschutzgebietes Pico Pijol nahe des Örtchens Tegucigalpita. Auf der gesamten Farm werden ausschließlich die besonderen Pacamara Kaffee kultiviert, die hier aufgrund des herrschenden Micro-Klimas besonders gut gedeihen. Unter Schattenbäumen wachsen die Bohnen langsam heran, gewässert werden sie mit dem natürlichen Quellwasser, das auf dem Gelände entspringt. Auf der Farm arbeiten das ganze Jahr über 31 Agestellte, während der Erntezeit von Dezember bis März steigt die Zahl der Beschäftigen auf 150 an. Die Saisonarbeiter von Muni Hawitt kommen bereits seit 10 Jahren immer wieder zurück, um bei der Kaffee-Ernte mitzuhelfen.
Duft: Das Röstdatum liegt nicht lange zurück, das merke ich sofort. Die recht großen Kaffeebohnen verströmen eine sehr angenehme Frische und es kristallisiert sich schon ein schokoladiger Grundcharakter des Kaffees heraus.
Geschmack: Zwar sind die Green Cup Coffee Finca Santa Marta natürlich grundsätzlich für Kaffee-Vollautomaten geeignet, es ist aber nicht leicht, den richtigen Geschmack aus Ihnen herauszukitzeln. Ich ahne, es liegt es an der Größe der Bohnen. Dies führt zumindest bei meinem Vollautomaten dazu, dass deutlich weniger Bohnen ins Mahlwerk rutschen als wenn ich kleinere Bohnen verwende. Bei meinen “normalen” Alltagseinstellungen wird der Kaffee mit dem Green Cup Coffee Finca Santa Marta deswegen leider ziemlich dünn mit einer nur flüchtigen Crema. Selbst als ich den Mahlgrad noch feiner als sonst und die Kaffeepulvermenge nahezu maximiert habe, läuft der Schümli zu schnell durch (etwa 15 Sekunden). Ansätze des Potenzials des Kaffees zeigten sich hier schon. Letztlich habe ich mir mit einem “Bauerntrick” aus der Misere geholfen und die Bohnen mit einem Messer vorzerkleinert. Hier wurde die Durchlaufzeit nochmal um einige Sekunden höher, sodass sich das Aroma des Kaffees deutlich besser entfaltet hat. Der Green Cup Coffee Finca Santa Marta schmeckt wirklich herrlich schokoladig und hat eine angenehme leichte bis mittlere Säure. Das leichte Mundgefühl hat sich bei mir wohl vor allem aufgrund der etwas kurzen Durchlaufzeit ergeben. Im Abgang entfaltet der Finca Santa Marta nochmal das, was auf der Verpackung als Geschmack “fruchtig-süßer Birne” ziemlich treffend beschrieben ist. Dies ergibt ein sehr interessantes Geschmackserlebnis, das diesen Single Origin Kaffee auszeichnet.
Fazit: Für 41,63 pro kg gibt es mit dem Green Cup Coffee Finca Santa Marta Kaffee einen Single Origin, der speziell für Vollautomaten eher weniger geeignet ist. Hat man den divenhaften Kaffee aber “unter Kontrolle” gebracht, zeigt er eine interessante Mischung aus milder Schokolade und einem fruchtigen Abgang, den garantiert keine Kaffee-Mischung bieten kann. Leider ist die Crema aber sehr dünn gewesen und der Geschmack hätte noch etwas ausdifferenzierter sein können, was ich der recht außergewöhnlich großen Größe der Bohnen zuschreibe. Hier hat zumindest mein Vollautomat enorme Probleme, eine vernünftige Durchlaufzeit zu erreichen. Es liegt nahe, den Green Cup Coffee Finca Santa Marta eher in der French Press zuzubereiten, wie es auch von Green Cup Coffee selbst empfohlen wird. Trotz der Probleme bei der Zubereitung gebe ich für diesen Kaffee aufgrund der interessanten Kombination von Aromen 7 von 10 Punkten. Ich würde mich über Kommentare freuen, falls ihr selbst den Kaffee schon mit dem Vollautomaten probiert habt und ähnliche Erfahrungen gemacht habt!

Weitere Kaffeetests findet ihr in unserer Übersicht.



19:40 












Als ich über Green Cup Coffee gestolpert bin, wollte ich einen ihrer Kaffees probieren. Da ich selten Kaffee trinke, dachte ich mir könnte ich mir auch etwas gönnen und den teureren “Finca Santa Marta” probieren. Vor allem weil der Cappuccino im myMüsli Laden echt super schmeckt.
Heute hab ich ihn dann probiert (auch mit dem Vollautomaten meiner Eltern zubereitet) und war dann doch ein bisschen enttäuscht. Ich fand ihn gut aber auch sehr wässrig und hatte mir einfach mehr erhofft.
Deshalb bin ich “froh”, dass es Dir als “Kaffeeprofi” auch so ging. Werde das mit Deinen Vorschlägen: “Zerkleinern, feiner Mahlgrad” mal ausprobieren
Hi Philipp,
danke für deine Rückmeldung, bin gespannt: Hast du mittlerweile ein paar Tassen mit dem zerkleinerten Kaffee getrunnken?
Hey Kevin!
War leider nicht mehr so viel vom Kaffee übrig
Aber eine Tasse konnte ich noch probieren. Kam mir so vor als ob der Kaffee stärker geworden ist. Hat auf jeden Fall viel intensiver als vorher geschmeckt und war auch nicht so dünn. Ein guter Tipp also
Allerdings ist mir das nicht praktikabel genug. Ich werde mal den Espresso “Black and White” probieren. Der hat ja bei euch im Test 9/10 und schmeckt ja im myMüsli Cappuccino auch klasse. Gute Tests macht Ihr auf jeden Fall. Weiter so
Grüße Philipp