Kaffee trinken in Hamburg Hamm: Café Keks im Test
Gerade der Osten Hamburgs ist nicht gerade für seine Café Kultur bekannt. Auch wenn eine gewisse Entwicklung gegeben ist, von einer Café Kultu
r ist man östlich des Hauptbahnhofs weit entfernt. So sucht man schon eine Weile, bis man überhaupt erst mal ein sonniges Plätzchen findet, an dem man ein Heißgetränk genießen kann. Eines dieser raren Plätzchen ist das Café Keks (Caspar-Voght-Straße 92, 20535 Hamburg) in Hamburg Hamm-Nord, das ich in einem kurzen Test vorstellen möchte.
Ambiente, Ausstattung und Preise (20%)
Das Café selbst ist in einem roten Backsteinhaus, das den typischen Baustil der östlichen Stadtteile von Hamburg wiederspiegelt. Langsam zeichnet sich aber in einigen Gebieten von Hamm ab, dass dieser Stil modernen weißen Fassaden weicht. Beim Café Keks ist aber noch alles beim Alten.
Die Lage des Café Keks geht in Ordnung. Zwar liegt es an einer mittelstark befahrenen Straße, dafür kann man an Sonnentagen hier auch die Sonne genießen, denn die Ausrichtung der Außenplätze ist dafür ideal. Drinnen im Café gibt es eine recht schicke Ausstattung, draußen eher einfache Stühle und Tische, die auch nicht mehr ganz taufrisch aussehen.
Alles in allem ist Ambiente und Ausstattung einfach, das gilt aber auch für die Preise: Eine Tasse Kaffee kostet nur 1,30 € oder ein Cappuccino 2,10 €. Angesichts der Preise, die sonst in Hamburg
verlangt werden, ist das ein wirklich fairer Kurs. Dennoch: Um bei mir im Test wirklich punkten zu können, fehlt es dem Café Keks einfach an Liebe zum Detail und dem gewissen “etwas”. Schon das etwas einfallslose Logo des Cafés, die mit Cliparts gefüllte Karte oder die mit Tesa-Film aufgeklebten (und total ausgefransten) Tischnummern draußen sprechen für sich.
Für diese zweckmäßige Gestaltung des Cafés gibt es von mir 5/10 Punkten.
Service (20%)
Am Testtag (einem Sonntag) war es sonnig und deswegen saßen wir draußen. Die Bedienung kam prompt und legte uns zwei Karten auf den Tisch. Danach konnten wir unsere Bestellung ordern, nachdem eine Nachfrage nach den verfügbaren Kuchensorten zufriedenstellend beantwortet worden war. Die Bestellung (2 Getränke + Kuchen) kam prompt. Das war es dann aber auch. Nachdem wir mit dem Cappuccino und Kuchen fertig waren, saßen wir einige Zeit dort – deutlich zu lange. Es gab danach keine Nachfrage mehr, ob alles in Ordnung sei oder wie noch etwas möchten, was letztlich dazu führte, dass wir zum bezahlen hineingegangen sind.
Der Service war in etwa so zweckmäßig und lieblos wie die Ausstattung, deswegen gibt es hier 4/10 Punkten.
Angebot Speisen & Getränke (20%)

Zum bestellten Kuchen, der lecker und frisch schmeckte, wurde leider nur Sprühsahne gereicht, was ich aber auch nicht anders erreicht hatte.
Ansonsten ist das Angebot des Café Keks – ob es Kekse gibt, habe ich übrigens nicht getestet – recht vielfältig und wirkt “machbar”. Damit meinte, dass die Karte recht umfangreich ist, sich aber auf einem angenehmen, leichten Niveau bewegt. So gibt es ein Frühstücksangebot, Snacks, Kaffee, Kuchen, Kaltgetränke, aber auch warmes Mittagessen im Angebot.
Für das Angebot an Speisen und Getränken gebe ich 6/10 Punkten.
Kaffeegetränke – Geschmack (40%)
Eigentlich stimmen die Voraussetzungen beim Café Keks: Es gibt einen professionellen Siebträger und es scheint Kaffee von Illy verwendet zu werden. Diese zwei Komponenten sind natürlich aber kein Garant für einen guten Kaffee oder einen guten Cappccunino: Es kommt auch auf die Bedienung dieses Siebträgers an. Bei meinem Test habe ich einen Cappuccino mit einem Milchschaum-Turm bekommen, wie ich ihn wirklich selten gesehen habe. Das hat natürlich mit Milchschaum nur noch wenig zu tun – hier wurde die Milch mit der Dampflanze bis zum bitteren Ende maltretiert.
Wie erwartet ging der Espresso in Ordnung, auch wenn der Illy Espresso mit einer typisch italienischen Röstung geschmacklich nicht zu meinen Favouriten zählt. So dunkel wie die Kaffeebohne nach der Röstung ist, so “dunkel” ist auch der geschmackliche Eindruck – der Espresso war ziemlich herb und kräftig, was im “zu Tode geschäumten” Cappuccino etwas zu viel des Guten war.
Für den Geschmack gebe ich daher 4/10 Punkten.
Fazit und Gesamtpunkte
Das Café Keks könnte eigentlich gerade mit dieser chancenreichen Lage (Stichwort: Gentrifizierung) zu einem Café Tipp werden im östlichen Raum von Hamburg. Gerade Hamm scheint sich mehr und mehr zu einem studentisch beeinflussten Stadtteil zu entwickeln, der durchaus eine Zielgruppe für moderne Cafés hat. Das Café Keks hat einige gute Ansätze, wie z.B. die schicke Inneneinrichtung und die technisch gute Ausstattung, wirkt aber insgesamt etwas ideenlos und leidenschaftslos. Bisher kann ich daher weder wegen der Location noch wegen der Kaffeequalität hier einen Tipp aussprechen.
Insgesamt bekommt das Café Keks im Test 4,6 von 10 Punkten.

Adresse: Caspar-Voght-Straße 92, 20535 Hamburg
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Danke für den ausführlichen Test! Bin dort schon ein paar mal vorbeigefahren, war bisher aber noch nicht dort.
Für einen weiteren Test würde sich das Cafe May (gibt’s ja mehrfach, ich meine das Cafe in er Stormarner Straße in Wandsbek/Dulsberg).
Auch eher studentisch geprägt, einfache Karte, günstige Preise (kl. Latte macchiato 2 Euro) & WLAN.
Viele Grüße,
ralf