Delonghi EN 470.SAE Gran Maestria – “High End” Nespresso Maschine im Test

Fast 10kg Eigengewicht, Ausmaße wie ein kleiner Vollautomat und ein ebensolcher Preis: Die Delonghi EN 470.SAE Gran Maestria ist genau das, was man im Bereich der Kapselmaschinen mühelos als “High End” bezeichnen kann. Wer sich eine solche Maschine mit einem stolzen Preis derzeit über 500,- € leistet, der rechnet mit Sicherheit mit einem makellosen Produkt. Ob die Delonghi Gran Maestria den hohen Anforderungen gerecht werden kann, klärt unser ausführlicher Test!

Das Konzept – Nespresso Barista für Zuhause ohne Kompromisse

Im Gegensatz zur Serie Latissima+, bei der alles vollautomatisch funktioniert mit einem Knopfdruck, ist die Delonghi Gran Maestria anders konzipiert. Hier hat man drei Bedienelemente: Zum einen steht natürlich die Nespresso Maschine selbst zur Verfügung. Daneben gibt es noch einen Aeroccino zum Milch aufschäumen und eine Fläche, um die Tasse vorzuheizen. All diese Elemente kann man parallel bedienen, sodass die Getränke recht schnell zubereitet sind. Man muss also hier etwas mehr “arbeiten” als bei einer vollautomatischen Maschine, auch wenn trotzdem alles auf Komfort ausgerichtet ist. Passend zur Größe der Maschine gibt es auch einen großen Wassertank mit 1,4 l Füllmenge und einen Auffangbehälter für maximal 14 gebrauchte Kapseln.

Preislich nimmt das Ganze auch majestätische Züge an. Die Anschaffungskosten sind mit über 500,- € für eine Kapselmaschine enorm hoch, denn die Folgekosten sind – im Gegensatz zum Kaffee-Vollautomaten – natürlich auch entsprechend deutlich höher. Hier werden zurzeit im Nespresso Shop 0,35 € bis 0,39 € für eine Kapsel fällig. Eigentlich widerspricht die Kombination der hohen Anschaffungskosten und hohen laufenden Kosten sich, bei der Zielgruppe der Delonghi Gran Maestria handelt es sich wohl ganz klar um die Kunden, die maximalen Komfort und Geschmack verbinden wollen. Wer verstärkt auf den Preis achtet, für den dürfte weder die Delonghi Gran Maestria noch das Nespresso System überhaupt eine Option darstellen. Wer aber das Maximum aus der Nespresso Kapsel herausholen möchte und der Preis dafür eine untergeordnete Rolle spielt, für denjenigen könnte sich diese Nespresso Maschine eignen.

Verpackung, Zubehör und Aufbau

Schon als ich den Karton der Nespresso Gran Maestria in Empfang genommen habe, ist mir gleich das enorme Gewicht aufgefallen. Packgewicht waren immerhin 13kg – mein Vollautomat wiegt nur einen Kilogramm mehr. Beim Auspacken kommt schon gleich das typische “Nespresso-Gefühl” auf: Der Kunde findet als erstes eine hochwertige Papphülle mit einigen Informationen zur Begrüßung, in dem u.a. der Bestellablauf im Nespresso Club online erklärt wird. Dann hat man sich auch schon zur Maschine vorgearbeitet, separat ist nur der Aeroccino Milchaufschäumer verpackt. Hat man das Gerät erst mal aus dem Karton gehoben, gibt es gar nicht mehr viel aufzubauen, was nicht selbsterklärend wäre.

Für das linke kreisrunde Element auf der Grundplatte der Delonghi Gran Maestria musste ich erst einmal in die Bedienungsanleitung schauen, um was es sich hier eigentlich handelt und habe die Antwort schnell gefunden. Mittels dieser Auflagefläche heizt man Tassen vor, in dem man sie mit der Öffnung nach unten auf die drei Knöpfe drückt. Nun schießt heißes Wasser in die Tasse und heizt sie in einigen Sekunden auf.

Hier muss ich eigentlich nur die Bedienungsanleitung kritisieren, denn es werden Englisch, Deutsch und Italienisch durchmischt (siehe Bild rechts), anstatt einzelne Kapitel für eine Sprache zu machen. Dies führt dazu, dass die Anleitung sehr unübersichtlich geworden ist und selbst einfache Informationen sich nur sehr unkomfortabel finden lassen (siehe Beispielbild). So passt die Anleitung leider nicht zum Edel-Image der Maschine, aber zum Glück ist die Delonghi Gran Maestria im Prinzip selbsterklärend.

Design und Verarbeitung – Massiv und hochwertig mit Abzügen in der B-Note

Zunächst zitiere ich an dieser Stelle mal die Delonghi Pressemitteilung vom 28.02.2012 (Quelle: delonghi-presse.de):

„La Dolce Vita“ – das süße Leben – viele verbinden damit mediter­rane Wärme, Lebens­freude und Gau­men­freuden. Dieses entspan­nte Lebens­ge­fühl spiegelt das ital­ienis­che Retro-Design im Stil der 50er und 60er Jahre wider. An markante Klas­siker wie die typ­isch ital­ienis­chen Motor­roller erin­nern die bei­den neuen Nespresso-Maschinen der Maestria-Range von De’Longhi. Der ital­ienis­che Elek­trokonz­ern führt sie im März in den Markt ein.

Beide Geräte wur­den speziell für das einzi­gar­tige Nespresso-Kapselsystem konzip­iert und kom­binieren ital­ienis­ches Dolce Vita mit hochen­twick­el­ter Tech­nolo­gie. So sind denn auch Design und Far­bauswahl eine Ver­beu­gung der Entwick­ler vor dem Lebens­ge­fühl der 50er und 60er Jahre und holen etwas davon zurück in die Gegen­wart – zum Beispiel durch die hand­schme­ichel­nden, abgerun­de­ten For­men und plas­tis­chen Bedi­enele­mente, aber auch durch das mas­sive Met­all­ge­häuse. Sowohl die cre­ma­far­bene Maes­tria als auch die lux­u­riösere, pla­tini­um­far­bene Gran Maes­tria besitzen am Kopf des Aluminium-Gehäuses zwei Drehknöpfe zur beque­men indi­vidu­ellen Ein­stel­lung der Tassen-Füllmenge für Espresso und Lungo.

Also die Materialanmutung des Aluminium, die gummierten Standfüße, der Edelstahl-Aeroccino und die Haptik der Knöpfe ist wirklich tadellos. Auch die Abstellflächen für die Tassen wissen mit hochwertig verchromtem Edelstahl zu gefallen und sind schwer verarbeitet. Einzig der etwas klapprige Wassertank passt nicht ganz zum hochwertigen Design – will man schon “state of the art” sein, hätte es entweder etwas wertiger verarbeitet sein können oder evtl. sogar ein Wassertank aus Glas sein dürfen. Da der Wassertank aber hinten an der Delonghi Gran Maestria angebracht ist, halb so schlimm! Das Brühgeräusch könnte tieffrequenter und sonorer sein, es klingt leider nicht so, als käme es aus einer 10kg schweren Metallmaschine. Dafür ist der Milchaufschäumer – naturgemäß schon aufgrund der Arbeitsweise mit einem Quirl – allerdings sehr schön leise.

Bei dem Design muss ich sagen hat Delonghi zwar Recht, Retro ist die Maschine in Einzeldetails allemal, aber insgesamt an einen Motorroller italienischer Bauart hat mich die Maschine nie erinnert. Vor allen Dingen mit angeschalteter Beleuchtung wirkt die Delonghi Maestria wohl eher ungewollt wie ein Raumschiff oder – gar nicht mal so viel Fantasie vorausgesetzt – wie der Android Roboter von Google… .

Bedienung – Barista-Feeling für Nespresso Liebhaber

Die Bedienung der Delonghi Gran Maestria setzt kein besonderes Barista-Wissen voraus, denn im Prinzip funktioniert alles von selbst. Möchte man festen Milchschaum, wählt man am Drehrad beim Aeroccino das entsprechende Symbol aus, genau so funktioniert es auch mit feinem Milchschaum oder kaltem Milchschaum. Man kann aber auch (z.B. für Kakao) die Milch einfach erhitzen. Möchte man also beispielsweise einen Cappuccino machen, füllt man zunächst Milch in den Aeroccino, setzt ihn auf seinen Platz auf der Maschine und drückt dafür einmal die entsprechende Taste. Ist der Vorgang am laufen, der einige Sekunden dauert, kann man die Tasse vorwärmen, in dem man sie auf die gegenüberliegende Platte drückt für einige Sekunden. Wenn die Tasse heiß ist (geht sehr schnell), kann man auch schon per Drehregler die Espresso-Füllmenge auswählen von 25ml bis zu 60ml und per Knopfdruck loslegen, während der Milchschaum fertig wird. Diesen gießt man nun einfach in die Tasse und fertig ist ein Cappuccino. Für einen Latte Macchiato ist etwas mehr Arbeit nötig: Man muss zwei mal Milch aufschäumen, allein um die Füllmenge eines großen Latte Macchiato Glases zu erreichen, das Prinzip ist aber gleich.

Nun zur Bewertung der Bedienung: Alles läuft rund und es geht schnell, wenn auch nicht vollautomatisch, aber das (siehe Konzept) soll die Nespresso Gran Maestria auch gar nicht leisten. Die Nespresso Kapseln fallen nach der Nutzung in einen Behälter im Inneren der Maschine, der nach maximal 14 Kapseln geleert werden muss. Auch der Wassertank mit 1,4 l hält lange. Selbst wenn man immer nur Lungo mit der Maximaleinstellung (150ml) trinkt, kommen noch 9 Heißgetränke aus der Maschine, bevor nachgefüllt werden muss. Auch die Reinigung funktioniert problemlos. Da alle Teile, die wirklich dreckig werden, abnehmbar sind (Kapselbehälter, Aeroccino, Ablagefläche, Wassertank) ist eine Reinigung sehr leicht. Vor allen Dingen der Edelstahl Aeroccino verblüfft: Sein Boden ist komplett aus glattem Metall, bis aus eine kleine Erhebung, auf die man den Quirl steckt. Dieser hält sich komplett magntisch und wird auch per Magnetismus gedreht. Das ist nicht nur eine einfache Lösung, sondern auch ziemlich gut zu reinigen, denn die glatte Metallfläche am Boden lässt sich sehr leicht mit einer einfachen Spülbürste auswischen.

Echte Kritik lässt eigentlich nur die Aufheizplatte der Delonghi Gran Maestria zu. Von meinen 3 getesteten Tassen, passte leider nur die Espresso-Tasse. Andere Tassen müssen schon sehr klein sein, damit man die entsprechenden Knöpfe zum Auslösen des Wasserstrahls noch treffen kann. Das macht die Aufwärmfläche für viele nutzlos. Ich habe aber festgestellt, dass eine vorgewärmte Tasse bei Cappuccino und Latte Macchiato nicht unbedingt notwendig ist. Die Milch wird bereits sehr gut vorgeheizt und der Espresso ist auch sehr heiß, sodass dazu nie das Bedürfnis bestand. Bei Espresso trifft dies allerdings zu, hier funktioniert die Platte aber tadellos und sehr sauber.

Geschmack – erstklassig!

Beim Geschmack hat sich wieder mal bestätigt: Nespresso ist und bleibt die Nummero Uno unter den Kapselmaschinen, was den Geschmack angeht. Was die Delonghi Gran Maestria zaubert ist geschmacklich außerordentlich gut und wird auch höchsten Ansprüche gerecht. Dies gilt nicht nur für den aromatischen Kaffee von Nespresso, sondern auch für den Milchschaum aus dem Aeroccino. Diesen kann man entweder fluffig-cremig oder fest zubereiten – beide Varianten gelingen immer in einer hervorragenden Konsistenz (im Bild weiter unten links der fluffig Schaum, rechts fest). In Zusammenspiel mit dem hochwertigen Nespresso Espresso lassen sich Kaffee-Spezialitäten auf Barista-Niveau zaubern. Hier gibt es von mir also die volle Punktzahl.

Fazit zur Delonghi EN 470.SAE Gran Maestria

Wer das Maximum an Verarbeitungsqualität und geschmacklicher Finesse haben möchte, für den ist die Delonghi Gran Maestria genau das Richtige. Die Kombination aus Nespresso-Kapseln und einer hochwertige Maschine aus Aluminium mit dem Milchaufschäumer Aeroccino macht das Kaffee-Erlebnis in jedem Falle erhaben. Der Kunde muss dafür aber auch tief in die Tasche greifen: etwas mehr als 500,- € werden für die High End Nespresso Maschine fällig und 0,35 – 0,39 € pro Kapsel.

Wirklich kritisieren kann ich hier nur Details wie die etwas unübersichtliche Bedienungsanleitung, das Brühgeräusch, die zu kleine Aufheizfläche und den hohen Preis, mit dem man sich das Nespresso-Erlebnis erkauft. zum Vergleich: Die vollautomatische Delonghi Latissima+ gibt es schon für knapp unter 250,- € und die Kombination aus Nespresso Citiz und Aeroccino schon für unter 200,- €.

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3 Kommentare to “Delonghi EN 470.SAE Gran Maestria – “High End” Nespresso Maschine im Test”

  1. Wow eine echt tolle Kaffemaschine
    da bekommt man echt lust auf einen Kaffee

  2. Ich war sehr skeptisch gegenüber den Kapseln und Kapselmaschinen. Gerade erst gestern habe ich aber mal aus genau dieser Maschine einen Kaffee getrunken. Ergebnis: wirklich richtig guter Kaffee. Klar, an eine Siebträgermaschine kommt das nicht ran, aber an jede andere vollautomatische Maschine auf alle Fälle!

  3. Das Nespresso an sich ein gutes System ist, welches hervorragende Kaffeequalität liefert, daran zweifelt vermutlich niemand.

    Das die Firma DeLonghi allerdings eine Maschine in den Handel bringt, welche bei diesem stattlichen Preis dann qualitativ so schlecht gefertigt wird das andauernde Wasser aus der Maschine austritt, das ist in der Tat mehr als deprimierend.
    Ich selbst habe in Folge zwei Maschinen vom Typ Grand Maestri Latinum ausprobieren können; beide Maschine sind undicht und machen eine Nutzung unmöglich. Nun ist das letzte Exemplar wieder ein Händler und ich warte darauf wann ich eine neue, gebrauchstüchtige Maschine erhalten. Allen Leser, die sich mit dem Gedanken tragen eine Grand Maestria zu kaufen, empfehle ich dringend Maschinen startend mit der Seriennummer 1206XX zu meiden da es sich hierbei offensichtlich um eine fehlerhafte Charge handelt. Das dies weder den Hersteller noch den Nespresso Club veranlasst diese Maschinen aus dem Verkehr zu ziehen und die Kunden proaktiv zwecks Austausch anschreibt, das ist in der Tat kein Zeichen von gutem Kundenservice. Als Kunde von Nespresso erwartet man doch einen guten Kaffee und einen guten Service, oder? WHAT ELSE

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